Stellt euch einen Kerker vor der dunkel ist und nackte Wände hat. In dem Kerker kann man nirgendwo komplett stehen und das Fenster ist sehr klein. Ein Gefangener verbringt dort 10 Jahre. Er ist gequält, sein Geist ist zerbrochen sein Körper missgebildet. Er kann nichts machen was er in Wahrheit tun möchte sogar seine Mahlzeiten muss er immer zu bestimmten Zeiten innerhalb von 10 Minuten einnehmen. Doch dann kommt endlich der Tag der Freiheit. Der Mann geht hinaus und steht endlich wieder unter freiem Himmel. Er hat seit Jahren nicht mehr gesprochen doch nun sagt er leise: „Wie wunderschön“.  Er sucht sich Arbeit auf einem Schiff. Eines frühen Morgens geht er auf das Deck des Schiffes. Alle Schlafen noch, doch er sieht den Horizont an, an dem die Sonne aufgeht. Er lächelt von der Schönheit beglückt und atmet tief ein.

Das Bild verdeutlicht uns zwei Begriffe. Gefangenschaft bzw. Gebundenheit und Freiheit bzw. Weite. Ich brauche nicht mehr viele Definitionen bringen für diese Begriffe denn das Bild beschreibt es sehr gut. Der Mann ist erst gefangen, er kann nicht tun was er möchte und ist somit nicht frei. Die Unfreiheit zerstört ihn. Doch dann kommt er in die Freiheit und diese bringt ihn auf einen Weg der Heilung. Er kann nun entscheiden was er machen möchte und tut dies auch. Er kann frei entscheiden und findet dadurch Weite. Das ist wahre Freiheit.

Wir alle lieben Freiheit und wir alle wollen Freiheit. Doch in Wahrheit ist der Mensch erst mal nicht frei. Das glauben viele Menschen nicht und erkennen es bei sich selbst nicht. Doch in Wahrheit gibt es innere und äußere Zwänge die uns gefangen halten. Manchmal ist es echte Gefangenschaft im Gefängnis oder andere Menschen rauben uns unsere Freiheit. Aber es gibt noch andere Unfreiheiten von denen alle Menschen betroffen sind und das sind die inneren Gebundenheiten. Diese Unfreiheiten sind: Traurigkeit oder Depression, Angst, Hass und Zorn, Sucht, Sünde, Gesetzlichkeit und die Scham.

Depression sagt: Ich bin so traurig, ich möchte sterben. Der Tod kommt nahe und man reagiert damit dass man aufgibt. Angst sagt: Der Tod ist stärker als ich. Täglich greift er mich an und wird mich schließlich besiegen. Hass und Zorn sagt: Für mich nicht den Tod, aber der Andere der muss sterben. Sucht sagt: Ich will jetzt Befriedigung auch wenn ich morgen dafür sterben muss. Sünde sagt: Ich brauche ein bisschen Tod um wirklich leben zu können. Auch die Gesetzlichkeit führt den Menschen in eine innere Gebundenheit und diese sagt uns: Wenn du nicht perfekt bist, dann musst du sterben. Und Scham wiederum spricht: Ich bin ein verdammter Todesbringer. Dafür muss ich selbst sterben.

Jede innere Gefangenschaft hat ihren Ursprung in dem Tod und der Tod wiederum hat Macht über uns weil wir uns vom wahren Leben gelöst haben, von Gott. Wenn wir ehrlich mit uns sind dann kommen wir alle zu dem Schluss dass wir mindestens einer der Gebundenheiten gut kennen und sie in Wahrheit hassen. Aber es gibt einen Weg diese Gebundenheit zu durchbrechen und in wahre Freiheit zu kommen, es gibt einen Weg in ein Leben zu kommen in dem man tun kann was man wirklich möchte in dem man sein kann wer man wirklich ist. Und dieser Weg ist Jesus. Das ist die frohe Botschaft, dass ein Weg geschaffen wurde um endlich von dem Dreck frei zu kommen. Es hört sich komisch an aber es ist wahr, genau deswegen ist Jesus gekommen: Um uns endlich frei zu machen!

In Lukas 4,18 sagt Jesus:

Der Geist des Herrn ruht auf mir, denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt mit dem Auftrag, den Armen gute Botschaft zu bringen, den Gefangenen zu verkünden, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen werden, den Unterdrückten die Freiheit zu bringen. (Lukas 4,18)

Und in Kolosser 2,20 steht:

Wenn ihr nun mit Christus gestorben seid, dann seid ihr auch von den Mächten und Zwängen dieser Welt befreit. (Kolosser 2,20)

Jesus ist gekommen um dich von deinen inneren Gefangenschaften zu befreien! Wenn du Jesus als dein Retter annimmst, und Gott als deinen Vater, wird genau das geschehen! Du wirst frei werden. Es ist so krass aber jeder Christ, der ein Bekehrungserlebnis hatte, kennt das sehr gut und kann es bezeugen. Jesus hat uns von einer unserer schlimmsten Gebundenheiten befreit und das häufig von einem Tag auf den Anderen: Depressionen plötzlich weg. Ängste? Plötzlich voller Mut. Alkoholabhängigkeit, plötzlich ohne Probleme trocken. Hass? Plötzlich ein riesiges Herz für andere Menschen. Was in diesen Momenten geschieht ist übernatürlich und kann von keinem Therapeuten in noch so vielen Sitzungen vollbracht werden. In Hebräer sehen wir dass das wahr ist auch insbesondere im Bezug auf die Angst:

So hat er die befreit, die durch Todesfurcht ihr ganzes Leben lang geknechtet waren. (Hebräer 2,15)

Jesus ist gekommen um uns frei zu machen und mit dem ersten Schritt gewinnen wir unglaublich viel Freiheit. Doch in mancher Gebundenheit bleiben wir doch drin. Und meistens gibt es davon eine Sache die sich mit der Zeit verstärkt und uns in einen neuen Zustand der Qual führen kann. Ich glaube das ist für viele Christen ein Turning-Point. Bisher war der komplette Weg ein Selbstläufer aber die neue Gebundenheit wirft plötzlich viele Fragen auf.

Die Geschichte Israels von der Sklaverei bis hin zum Einzug in das verheißene Land ist ein Bild für das Leben eines Christen mit Gott. Gott führte zunächst das Volk aus der schlimmsten Gefangenschaft. Das war ein unglaubliches Wunder und ist ein Bild für das erste hinausführen aus unserer inneren Gefangenschaft. Doch das neue Leben ist noch nicht das verheißene Land. Denn um dort einzuziehen muss das Volk ganz auf Gott vertrauen und lernen zu kämpfen. In Galater heißt es:

Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen! (Galater 5,1)

So ist das auch bei uns. Der erste Befreiungsschlag ist großartig und überwältigend. Aber in Wahrheit ist das der Beginn einer Reise in eine unglaubliche Freiheit. Das ist das Ziel Gottes mit dir, er möchte dich vollkommen frei und glücklich sehen und im Gegensatz zu der Gebundenheit bedeutet das im Inneren: Kraft, Lebenslust, Mut, Frieden, Freude und Liebe. Auf dieser Seite des Lebens sind unsere Beziehungen und Freundschaften intakt, die finanzielle Versorgung ist gesichert, Schwierigkeiten und Probleme verunsichern uns nicht sondern gelten für uns als Herausforderungen, Frauen werden immer hübscher und Männer immer stärker. Man ist glücklich und das Leben ist jeden Tag ein Fest. In Sprüche 15,15 heißt es:

Für den Niedergeschlagenen ist jeder Tag eine Qual, aber für den Glücklichen ist das Leben jeden Tag ein Fest. (Sprüche 15,15)

Das ist das Ziel welches Gott für uns hat, sicher dieses wird in diesem Leben nicht hundertprozentig erreicht werden, das sollte uns klar sein. Aber die 90% sind definitiv drin und sind viel herrlicher als 90% Gebundenheit!

Und nun du… Wie frei bist du wirklich? Wir hatten zu Beginn gesagt, dass Freiheit bedeutet dass man tun kann was man wirklich möchte. Das hört sich biblisch gesehen ganz schön komisch an. Ich bin aber trotzdem überzeugt dass es wahr ist, lass mich versuchen das zu erklären:

Viele von uns denken, dass sie frei sind. In Wahrheit sind sie jedoch nicht frei. Sie sagen, dass sie ihre Entscheidungen frei treffen und somit sind sie frei. Dabei übersehen sie jedoch, dass sie in ihrem Entschluss schon von etwas beeinflusst wurden. Innere Zwänge beeinflussen unsere scheinbar freie Entscheidung, die dann jedoch gar nicht frei ist. Eins der einfachsten Beispiele ist Angst:

Eine Person hat Flugangst. Daher fährt diese Person auch lange Strecken mit dem Zug oder dem Auto. Die Person sagt sich: „Ich könnte ja fliegen. Aber ich möchte es nicht deswegen fahre ich mit dem Auto.“ Das ist nicht wahr, die Entscheidung nicht zu fliegen ist nicht frei sondern schon beeinflusst von der Angst. Ohne Angst wärst du frei, denn dann würdest du fliegen und es sogar genießen.

Zweites Beispiel: Eine Person raucht. Zwischendurch denkt sie an das Aufhören aber tut es dann nicht, denn sie sagt sich: „Ich will ja eigentlich gar nicht aufhören zu rauchen. Ich rauche sehr gerne und deswegen bin ich frei in meiner Entscheidung es zu tun. Das ist jedoch nicht wahr. Denn die Entscheidung ist schon beeinflusst von der Sucht. Wenn man raucht vergiftet man seinen Körper sodass er schließlich immer kranker wird. Niemand will jedoch immer kranker werden und doch tut man es. Es ist also ein Widerspruch man kann nicht frei sein in seiner Entscheidung wenn man sich für etwas entscheidet was einen letztlich unfreier macht. Und genau das tun Krankheiten sie machen uns unfrei. Wenn du wirklich frei wärst würdest du einfach aufhören deinem Körper zu schaden und wärst trotzdem genauso zufrieden und glücklich wie vorher. Aber die Sucht hat dich gebunden und deine Entscheidung schon innerlich beeinflusst.

Drittes Beispiel: Depression. Ein typisch depressives Verhalten ist es nicht mehr aus dem Bett herauszukommen und häufig erst recht nicht aus dem eigenen Haus. Eine Person sagt sich: Ich könnte ja aufstehen, aber ich habe eben keine Lust. Das ist nicht wahr, in Wahrheit wollen wir alle leben, erleben und glücklich sein. Wir wollen Neues entdecken und Schönheit bestaunen. Mit Sinnen wahrnehmen und Freude verspüren. Aber die Depression hat die innere Entscheidung schon beeinflusst und so tut man nicht was man eigentlich möchte.

Jesus will das du wirklich frei bist. Nicht nur scheinbar, sondern so richtig. Er will das die inneren Zwänge aufhören ihre Macht zu haben, sodass du genau das tun kannst was du auch tun möchtest. Und jetzt kommt es: Denn genau dazu wurdest du geschaffen! Du wurdest geschaffen um deinen freien Willen zu nutzen in völliger Freiheit.

Was für eine riesige Lüge lauert hier die wir nun aufdecken können. Manche denken, dass Jesu Nachfolge bedeutet, dass wir unseren freien Willen verachten und verleugnen und nur tun was Gott möchte. Doch das ist nicht wahr! Gott möchte stattdessen dass wir frei werden von inneren Zwängen um dann wirklich unseren freien Willen zu finden! Und oh Wunder, dieser unser freie Wille ist dann genau der Wille Gottes in unserem Leben. Hier leben wir unsere Berufung und folgen unserer wahren Leidenschaft. Das was wir dann tun macht uns dann glücklich und erfüllt uns. Wir leben vollkommen frei und trotzdem vollkommen nach dem Willen Gottes. Wow!

In Jeremia 29,11 heißt es:

Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung. (Jeremia 29,11)

Friede, Zukunft und Hoffnung das wünschen wir uns alle und das ist genau das was sich Gott für uns wünscht: Den Menschen Frieden! Das Volk Israel musste lernen Gott zu vertrauen und musste lernen wirklich zu kämpfen um in das Verheißene Land einzuziehen. Wie aber kommen wir in diese Freiheit die Jesus uns geben möchte? Das ganze hört sich ja gut an, aber wie soll das gehen?

Zunächst einmal: Es ist alles ein Geschenk, es ist alles Gnade was wir bekommen. Hierfür aber dieses Bild: Ein Freund hat ein unglaubliches Geschenk für dich und erzählt dir das er etwas unglaubliches für dich hat. Er möchte jedoch, dass du vorbekommst und es dir persönlich abholst. Wenn du nun hin fährst um das Geschenk abzuholen, ist es deswegen kein Geschenk mehr? Doch es ist und bleibt ein Geschenk. So ist es auch mit unserem neuen Leben. Es ist reine Gnade es zu empfangen, aber das heißt nicht dass wir uns es nicht auch „abholen“ müssen. Das „Abholen“ ist zwar einfach, aber es muss trotzdem getan werden. Das ist keine Gesetzlichkeit das ist die Wahrheit der Bibel: In Johannes sagt uns Jesus:

Wenn ihr bei meinen Worten bleibt, dann seid ihr meine rechten Jünger und werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch befreien! (Johannes 8,31)

Was macht uns frei? Die Wahrheit. Interessanterweise wissen wir aus der Bibel dass Jesus die Wahrheit, der Weg und das Leben ist. Würden wir hier das Wort austauschen wäre die Aussage weiterhin wahr: Jesus macht uns frei. Die Wahrheit ist Jesus und das was Jesus zu uns spricht. Wenn wir diese Wahrheit hören, daran glauben dass es wahr ist, und uns es merken, dann passiert etwas, was wir als die Erneuerung des Denkens bezeichnen: Dadurch dass unsere Wissensbasis mit der Wahrheit übereinstimmt ändert sich unser Gehirn es ändert sich unsere Seele, wir fangen an anders zu denken und dieses Denken macht uns frei. Das weiß jeder Psychologe: Depression und Angst hat unglaublich viel mit dem Denken zu tun. Wenn wir immerzu Schlechtes denken, führt das zu negativen Emotionen und die wiederum beherrschen unser ganzes Sein und Tun.

In der Bibel hat Gott uns den Zugang zur Wahrheit gegeben, es ist das gesprochene Wort Gottes und wenn wir von der Wahrheit hören wollen dann ist die Bibel unser direkter Zugang zur Wahrheit. Wir müssen die Wahrheit jedoch auch glauben ansonsten wird unser tägliches Denken, Entscheiden und Handeln nicht davon beeinflusst. Das wäre dann nur ein erweitertes Wissen, es geht hier aber um ein erneuertes Denken.

Ein zweiter wichtiger Punkt ist die Intimität mit Gott. Im zweiten Korinther können wir nachlesen wie es zur Freiheit kommt:

Der Herr aber ist der Geist, und wo der Geist des Herrn wirkt, da ist Freiheit.  (2. Korinther 3,17)

Wenn der Geist an uns wirkt dann werden wir frei. Eines der bekanntesten Beispiele ist Worship. Wenn wir Gott intensiv anbeten und ihm die Ehre geben dann gibt es immer auch ein himmlisches Feedback und dieses Feedback ist Liebe und Freiheit und Freude. Im Lobpreis erlebt man immer wieder wie Ängste verstummen und Traurigkeit der Freude weichen muss. Wie wir überführt werden von unseren Sünden und Süchte gebrochen werden. Da wo Gott wirkt da hat der Tod und alle Unfreiheit keinen Platz. Deswegen kuschel dich so richtig an deinen himmlischen Papa. Sei ihm ganz nah indem du mit ihm sprichst und seiner Stimme lauschst. Gib ihm Lobpreis und du wirst bemerken wie die Freiheit in dir wächst. In Jakobus heißt es im Bezug zur Nähe zu unserem Vater:

Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch. (Jakobus 4,8)

In meinen Worten heißt das: Wenn du dich an Gott ankuschelst so wird er dich auch zurückkuscheln und das wird dir unglaubliche Freiheit bringen.

Und zum Schluss: Gehe den Weg mit Gott weiter. Laufe deinen Lauf, bleibe belehrbar bis zum Schluss und nicht stur und überheblich. Dann wirst du erkennen dass du Siege erringst und du innerlich immer mehr Raum gewinnst. Ob wir wirklich frei sind das zu tun was wir tun möchten zeigt sich letztlich an unserer Fähigkeit zu lieben. Uns selbst zu lieben, andere Menschen zu lieben und Gott zu lieben. Denn genau dafür wurden wir geschaffen. Mögen wir gemeinsam diesen Weg gehen und schließlich mit Gott unser Ziel erreichen.

Seid gesegnet liebe Geschwister!

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