Im Studium lernte ich, dass man innerhalb der ersten 30 Sekunden, in denen man einen bisher Fremden Menschen sieht/kennenlernt, diesen einschätzt und einordnet. Das heißt, man fällt innerhalb von Sekunden ein Urteil darüber, wie man den Anderen findet und wie der Andere ist.

Wie sieht die Person aus? Finde ich die Person attraktiv? Glaube ich dass die Person schlau ist? Glaube ich dass die Person selbstbewusst ist? Glaube ich dass die Person interessant ist? All diese Fragen werden innerhalb von einer halben Minute beantwortet und wenn es dann zu keinem weiteren Kontakt kommt, bleibt das Urteil sogar fest bestehen.

Dass wir Menschen oberflächlich einschätzen und beurteilen, sagt uns auch das Wort Gottes:

Der HERR sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Denn der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist, aber der HERR sieht auf das Herz.

– 1. Samuel 16, 7

Gott sieht auf das Herz. Das Herz!

Das Herz ist übrigens ein Wort welches meiner Meinung nach nicht mehr allzu oft in dem aktuellen Sprachgebrauch vorkommt. Wir Christen reden noch von dem Herz und wie es um unser Herz bestellt ist. Aber mit Arbeitskollegen oder Bekannten spreche ich nicht über das Herz, oder über mein Herz. Der Sinn jedoch dieses Wortes geht ja nicht verloren. So spricht man heute eher von einem Charakter (guter Charakter oder schlechter Charakter), von emotionaler Reife, von inneren Werten und häufig auch von Menschlichkeit oder Gutmütigkeit. Keines der Worte würde ich als eins zu eins Übersetzung verwenden aber jedes dieser Worte weist auf das hin was die Bibel als unser Herz bezeichnet.

Deine Reise in diesem Leben ist eine Reise deines Herzens. Du hast  einen freien Willen bekommen, deswegen liegt es ganz bei dir in welche Richtung du dein Herz entwickelst. Zum Guten oder zum Schlechten. Die Bibel sagt, dass wir unser Herz mit in die Ewigkeit nehmen, es ist fester Bestandteil unseres ewigen Wesens. Es ist etwas was du im hier und jetzt entwickelst und dann mit in die Ewigkeit nimmst und in der Ewigkeit behältst! Jetzt hast du selbst Einfluss auf dein Herz indem du die Richtung deines Lebens bestimmst. Im Zeitpunkt deines Todes jedoch ist die Entwicklung vorbei. Deswegen ist die Reife deines Herzens für Gott so wichtig! Dein Aussehen, deine Stimme, deine Intelligenz, deine Gaben, all das ist mit Perspektive auf die Ewigkeit egal. All jenes vergeht mit dem Zeitpunkt des Todes und all diese Dinge werden erneuert und gleich gemacht. Dein Herz aber bleibt.

Die Bibel betont sehr oft wie wichtig das Herz ist:

Mehr als alles andere behüte dein Herz! Denn in ihm entspringt die Quelle des Lebens.

– Sprüche 4,23

Wie also ist es um dein Herz bestellt? Letztlich ist es Gott der an deinem Herzen arbeitet. Besonders Lebenssituationen die sehr schmerzhaft sind können unsere Herzen ordentliche Schritte nach vorne bewegen. Dies gilt allerdings nur solange du dein Herz nicht verhärtest und du lernbereit bleibst. Das jedoch ist nicht unbedingt schwer wenn der Wille da ist. Vergiss dies also nie wenn du in schwierigen Zeiten bist. Vielleicht bist du letztes Jahr durch ein absolutes Hoch gegangen. Damals lief alles so glatt und gut. Nun aber bist du in eine schwere Zeit hineingefallen und du leidest sehr. Wenn dem so ist, sage ich dir: Freue dich denn in dieser Zeit wird dein Herz wachsen und dieses Wachstum wird in Ewigkeit anhalten!

Zum Schluss möchte ich mit dir eine kleine Probe deines Herzens machen. Keine die ich mir selbst ausgedacht habe, sondern eine aus dem Wort Gottes. Ich glaube dass es etliche dieser kleinen Proben unseres Herzens im Wort Gottes gibt. Oft erkennen wir sie gar nicht, aber wir können unser Herz an Ihnen messen.

Ich möchte, dass du den folgenden Vers zweimal hintereinander liest ohne weiterzulesen. Dann fahre fort:

Seht euch doch einmal in euren eigenen Reihen um, Geschwister: Was für Leute hat Gott sich ausgesucht, als er euch berief? Es sind nicht viele Kluge und Gebildete darunter, wenn man nach menschlichen Maßstäben urteilt, nicht viele Mächtige, nicht viele von vornehmer Herkunft. Im Gegenteil: Was nach dem Urteil der Welt ungebildet ist, das hat Gott erwählt, um die Klugheit der Klugen zunichte zu machen, und was nach dem Urteil der Welt schwach ist, das hat Gott erwählt, um die Stärke der Starken zunichte zu machen. Was in dieser Welt unbedeutend und verachtet ist und was ´bei den Menschen` nichts gilt, das hat Gott erwählt, damit ans Licht kommt, wie nichtig das ist, was ´bei ihnen` etwas gilt. Denn niemand soll gegenüber Gott ´mit vermeintlichen Vorzügen` prahlen können. Ist es bei euch nicht genauso? Dass ihr mit Jesus Christus verbunden seid, verdankt ihr nicht euch selbst, sondern Gott.

– 1. Korinther 1,26

Was sagt uns Gott hier? Er hat bewusst die ungebildeten, machtlosen, schwachen, unbedeutenden und verachteten Menschen erwählt. Und er hat dich und mich gewählt. Er hat dich gewählt und das bedeutet, dass mindestens eins dieser Kriterien auf dich zutrifft! Bist du ungebildet? Bist du machtlos? Bist du schwach? Bist du unbedeutend? Wirst du verachtet? Ja oder Nein?

Autsch! Hat das gezwickt? Oder hast du im Hinterkopf eine Stimme gehört die in etwa so lautet:

„Halt mal kurz. Nicht ganz so schnell. Das gilt ja nicht immer. Und zum Beispiel bei mir nicht…“,

oder auch,

„Das kann man so direkt nicht daraus entnehmen… Das muss man anders deuten…“.

Wenn das ein bisschen weh getan hat, dann kannst und wirst du noch einen Schritt gehen, das ist okay. Ich nehme mich dort nicht grundsätzlich heraus. Aber du kannst auch zu einer anderen Stimme in deinem Herzen gelangen, die Stimme der Wahrheit. Und diese Stimme weiß über sich selbst:

„Ja das ist wahr! Ich bin ganz schön schwach! Ich bin ganz schön hilfsbedürftig. Und oft bin ich auch sehr macht- und ratlos. Ich bin sowas von kaputt ohne Jesus. Und gerade deswegen brauche ich ihn so sehr. Jeden Tag wenn ich aufstehe brauche ich Jesus und deswegen frage ich ihn wieder und wieder danach, dass er kommt und mir hilft. Denn ich weiß in Jesus Christus bin ich stark, denn er lebt in mir! Ohne Ihn aber bin ich jämmerlich.“

Wenn bei dir eher die zweiten Gedanken dein Kopf durchströmten, dann hast du bereits einen großen Schritt mit deinem Herzen getan. Aber das tat mit Sicherheit auch ganz schön weh. Wisse dass dieses Leid nicht umsonst gewesen ist, es hat sich gelohnt! In diesem Sinne: Mehr als alles andere trainiere und bewahre dein Herz! Bitte Gott auch darum, dass er es wachsen lässt.

Ich segne euch meine Freunde und Geschwister!

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