Die Briefe von Paulus sind genial. Gerade die Briefe die weiter hinten stehen im NT enthalten immer wieder Passagen in denen Paulus kurz und knapp aufzählt, wie man ein Leben im Willen Gottes führen kann. Ich mag diese Passagen sehr, denn sie fordern uns heraus besonders zu lieben. Ich habe mich gefragt was heute so in solch einem Brief stehen würde und habe daher meinen ganz eigenen Brief an euch, meine Geschwister, verfasst:

Der Friede und die Freude Gottes sei mit euch! Er möchte euch glücklich und lebendig sehen, deswegen weicht nicht von der Seite Jesu, betet leidenschaftlich zu ihm und hört ihm staunend zu. Dann wird dieser stille Frieden euch erfüllen und Freude durchdringen, sodass ihr vor Freude lachen müsst!

Baut eine Kultur der Liebe, der Ehre und der Hoffnung untereinander auf! Grüßt euch einander, nehmt euch in den Arm und engen Geschwistern gebt einen freundschaftlichen Kuss. Auch wenn ihr auf der Straße unterwegs seid bitte ich euch eure Nächsten zu grüßen, denn es macht den Menschen sehr wohl etwas aus wenn sie wahrgenommen, angeschaut und gegrüßt werden. Viel zu oft werden Menschen in unseren Städten ignoriert, sie sind einsam und finden nirgends einen Anschluss. Habt ein offenes Auge für diese Menschen denn gerade sie sind häufig offen für das Evangelium. Grüßt auch Kinder und sehr alte Menschen auch wenn ihr schon wisst, dass sie euch nicht zurück grüßen! Gerade Kinder haben sich schon häufig damit abgefunden dass sie von Erwachsenen ignoriert werden. Überrascht und ehrt sie mit einem interessierten Blick und einem Gruß!

Wenn euch jemand auf der Straße anspricht, dann ignoriert diesen Menschen nicht, haltet stattdessen an und nehmt euch Zeit für diese eine Person, selbst wenn ihr in Eile seid. Ihr könnt nie wissen ob Gott hier gerade eine wichtige Begegnung vorbereitet. Seid immer wachsam und gewillt das Evangelium zu teilen wenn sich die Situation dafür ergibt.

Schüttelt nicht mit dem Kopf über andere Menschen. Und rollt auch nicht mit den Augen. Denn dies ist ein Zeichen der Verachtung und zeugt von Stolz in eurem Herzen. Guckt auch nicht stolz mit halb geschlossenen Augen und erhebt nicht stolz die Nase. Wenn ihr das tut habt ihr ein Herzensproblem und wenn dem so ist wird Gott an eurem Herzen arbeiten müssen. Bittet Gott darum an eurem Herzen zu arbeiten, denn wenn es geschehen ist wird es sich mehr als lohnen!

Liebe Geschwister! Redet nicht ständig davon wie schlecht die Welt ist und regt euch nicht ständig über die Bosheit und Falschheit anderer Menschen auf. Es ist schon richtig, dass die Welt ohne Jesus gefallen ist und daher in vielen Verdrehungen und Bosheiten verstrickt ist. Aber als Gott die Welt schuf, sagte er auch über sie, dass sie sehr gut geworden sei. Die Verdrehtheit kam mit dem Sündenfall des Menschen. Das bedeutet, die Welt ist nicht grundsätzlich schlecht, sie hat trotzdem Bedeutung, Sinn und Wert. Genauso auch alle Menschen die hier leben. Selbst die besonders schlechten Menschen wurden sehr gut geschaffen und sind einzigartig.

Macht ihr es also stattdessen wie Gott es mit euch gemacht hat: Als ihr noch Feinde von ihm wart hat er euch geliebt, und dieses Liebesgeständnis euch ins Ohr geflüstert! Dann hat er euch gezeigt was er in euch sieht und so seid ihr schließlich weg gekommen von der Falschheit und habt angefangen Jesus nachzufolgen. Tut es genauso: Sprecht darüber wie krass bestimmte Menschen eigentlich sein könnten. Sprecht Identität und Wert in Menschen hinein. Aber nicht nur in Menschen, auch in Gesellschaften, Systeme und Nationen. Greift die Gedanken Gottes über diese Dinge auf und sprecht sie laut aus. Der Welt mangelt es so sehr an positiven Visionen. Hört was Gott euch dazu sagt und sprecht über diese Träume und Visionen die Gott euch zeigt.

Das ständige Schlechtmachen von der Welt und den Menschen wird euch in eine Falle locken. Ehe ihr versteht was geschieht wird es euch entmutigen. Ihr seht nur noch das Schlechte und fallt in eine tiefe Hoffnungslosigkeit, dann hat der Feind die Möglichkeit Druck auf euch auszuüben. Unterlasst es deswegen und weist euren Gegenüber daraufhin, wenn dieser sich beschwert und jammert.

Ich möchte auch etwas zum Humor sagen. Ich erlebe das so häufig, dass Christen sich in dem Bereich ganz genau wie die Welt verhält. Ich bin überzeugt: Es gibt einen falschen Humor. Einen Humor der mit der Sünde verstrickt ist. Deshalb versuche ich euch hier ein paar Hinweise zu geben. Macht euch nicht übereinander lustig! Das widerspricht komplett der Kultur der Ehre. Wenn ihr das tut erniedrigt ihr euren Gegenüber und lacht auch noch darüber. Bei Christen scheint das besonders verbreitet zu sein. Viele nehmen sich vor den Gegenüber im Ernsten nicht schlecht zu behandeln. Da sie aber trotzdem schlechte Gedanken über jemanden haben, äußern sie diese einfach im Scherz. Das zeigt in Wahrheit nur, dass ihr Herz nicht wirklich verändert wurde und sie nur aus eigener Kraft versuchen das Leben im Geist zu simulieren. Wenn ihr an diesem Punkt seid, tut Buße und bittet Gott das er euer Herz verändert, nichts tut er lieber als das! Aber ihr müsst einwilligen, dass ihr es auch wirklich loslassen wollt.

Benutzt außerdem keine Ironie für eure Scherze. Denn Ironie verdreht bewusst die Wahrheit und bricht damit das Gebot gegen die Lüge. Ironie scheint so attraktiv, weil es so einfach ist. Aber in Wahrheit bringt es mehr Tod als Leben.

Hütet euch ebenfalls vor dreckigen Witzen. Sie stellen sexuell falsches Verhalten als witzig dar und mindern eure Fähigkeit sich von solch einem Verhalten fernzuhalten.

Ich möchte euch nicht den Humor und Spaß verderben. Auch hier gilt, es gibt ein Original welches Gott erdacht hat! Ein Humor, der gut und witzig ist. Gott selbst hat sehr viel Humor, wer mit ihm zusammen lebt kann das sicher bezeugen. Gesunder Humor allerdings bringt Leben und Freude. Er spielt nicht mit Bosheit, Demütigung, Lüge oder sexueller Unmoral.

Gebt großzügig von dem was ihr habt. Hier im Westen sind wir reich und können dementsprechend auch Geld geben. Lernt immer häufiger das zu verschenken was ihr eigentlich für euch haben wolltet, denn das ist echte Liebe! Gebt vor allem an euren Nächsten und an eure Geschwister im Glauben.

Gebt Mehr weg als persönliches Geschenk an Menschen, als dass ihr anonym an irgendwelche Organisationen gebt. Achtet auch darauf wofür die Organisationen ihr Geld ausgeben. Mit einer neuen Musikanlage oder neuen Möbeln hat man noch kein Geld in das Reich Gottes investiert. Gibst du aber reichlich und direkt an deine Geschwister und an Bedürftige dann ist das in jedem Fall in das Reich Gottes investiert.

Baut unter euch eine Kultur des Schenkens auf. Verschenkt mehr als es normalerweise üblich ist! Das könnt ihr tun weil Gott euch wirklich versorgt. Das Geben wird euch nicht arm machen, nein es wird euch reich machen. Gebt auffällig hohe Trinkgelder und schenkt dem Personal in Restaurants und Geschäften besonders freundliche Blicke. Gib solange wie du hast. Was du nicht hast, das brauchst du auch nicht zu geben, macht euch auf gar keinen Fall Schulden!

In Cafés und Restaurant spendiert gerne auch mal Fremden etwas. Bezahlt ihren Kaffee oder die offene Rechnung. Überhaupt schenkt öfter auch Fremden etwas. Schenkt Kindern zwischendurch mal grundlos einen Schein. Glaubt mir, sie werden es nicht vergessen. Tut das alles ohne falsche Hintergedanken, nicht weil ihr etwas zurückverlangt, nicht weil ihr manipulieren wollt, sondern aus Liebe und weil ihr wisst wie sehr unser Gott und Vater die Menschen liebt!

Ich danke Gott für diese Liebe die er für uns hat. Es ist oft unbegreiflich diese zu verstehen, oft ist es schwierig sie einfach so anzunehmen. Aber auch unglaublich gut wenn wir es tun. Seid gesegnet im Namen Jesu!

Matthias

2 thoughts on “Liebe, praktisch! – Die Kultur der Liebe

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