Kennst du das? Du bist überzeugter Christ, hast dein Leben bewusst Gott gegeben und versuchst nach Seinem Willen zu handeln, doch wenn es um das Thema Evangelisation geht wirst du auf einmal ganz klein und unsicher. Oft kommen Gedanken wie „Ich kann das nicht“ oder „Ich bin nicht der Typ dafür“.
Aber genau da liegt schon der erste grundlegende Fehler.
Evangelisation ist keine Fähigkeit, die man besitzt oder nicht. Evangelisation bedeutet sich Gott zur Verfügung zu stellen.

In 2. Kor. 5,20 steht:

Uns Aposteln hat Christus den Auftrag gegeben, diese Botschaft überall bekannt zu machen. Ja, Gott selbst ist es, der durch uns die Menschen ruft.
(„Gute Nachricht“)

In diesem Vers wird es ganz deutlich gesagt. Nicht wir sind es, die hier etwas leisten. „Gott selbst ist es, der durch uns die Menschen ruft.“ Das einzige was wir hierbei tun müssen ist es, uns von Gott benutzen zu lassen. Wir sind nur seine Werkzeuge, durch die er zu unseren Mitmenschen spricht.

Aber wie geht das? Sich von Gott benutzen lassen?
Das wichtigste hierbei ist es zu vertrauen!
Vertrauen darauf, dass Gott dich nicht bloß stellen will.
Vertrauen darauf, dass Gott nichts dem Zufall überlässt.
Vertrauen darauf, dass Gottes Wirken nie fruchtlos ist.
Wenn Gott dich in eine bestimmte Situation stellt, dann tut er das, weil er gerade dich als das perfekte Werkzeug sieht um das Gegenüber zu erreichen. Wir können uns das ungefähr wie folgt vorstellen:

Wir Christen sind wie ein riesiger Werkzeugkasten Gottes.
Aber kein Werkzeug gibt es doppelt. Jedes besitzt ganz individuelle Eigenschaften und Fähigkeiten. Was bringt nun aber ein großer, schwerer, gusseiserner Schraubendreher, wenn die Schraube zu klein ist? Was bringt ein Kneifzange, wenn man einen Nagel in eine Wand schlagen will oder anders herum was bringt ein Hammer, wenn man einen Nagel aus der Wand ziehen will? Wenn jeder Mensch weiß, dass man mit einem Hammer keinen Nagel aus der Wand ziehen kann, wieso haben wir dann Angst davor, dass Gott, der allmächtige und allwissende, nicht das passende Werkzeug wählt? Er kennt seinen Werkzeugkasten in und auswendig und weiß genau wann er welches Werkzeug benutzen muss!

Was ich mit diesem Bild sagen will ist, dass Gott dich niemals in eine Situation stellen wird, in der du gnadenlos scheiterst. Vorausgesetzt du lässt dich von Ihm leiten und das geht nur, indem du das im Gebet vor Ihm bekennst. Wenn wir uns ganz bewusst im Gebet Gott zur Verfügung stellen, dann setzt er uns auch effektiv ein.

Weiter ist es auch wichtig darauf zu vertrauen, dass Gottes Pläne für uns nicht immer sofort zu erkennen und nach zu vollziehen sind. Wir müssen nicht denken, dass wir rausgehen und reihenweise die Leute bekehren. In der Bibel ist vom Säen und vom Ernten die Rede. Was gesät worden ist, muss bis es geerntet werden kann allerdings auch gepflegt werden (gießen, düngen, etc.). Evangelisation ist also ein Prozess vom Säen bis zum Ernten. Nicht in allen Fällen kann derjenige, der sät auch die Ernte einfahren. Vielmehr setzt Gott uns ja auch je nach unseren individuellen Eigenschaften („Werkzeugbeschaffenheit“) unterschiedlich ein. Der eine ist eher derjenige, der die Saat ausstreut, der andere pflegt sie und wieder ein anderer fährt am Ende die Ernte ein. Jeder einzelne ist somit an dem Wachstumsprozess beteiligt.
Wichtig ist es jedoch, dass wir wissen und darauf vertrauen, dass das, was Gott durch uns tut, niemals umsonst ist. Wenn wir Ernten liegt der Ertrag auf der Hand, aber oft säen oder pflegen wir auch und können dann in dem Moment vielleicht keinen direkten Effekt feststellen.

Dann hilft 1.Kor. 15, 58:

Darum, meine lieben Brüder, seid fest, unerschütterlich und nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn.
(„Luther „)

Fassen wir noch einmal das wesentliche zusammen:
Das Wichtigste ist die Situation komplett in Gottes Hände zu geben und ihm zu vertrauen, dass er alles lenkt. Das sollte am besten ganz bewusst im Gebet passieren.
Wachstum kann manchmal dauern und man kann nicht jedes Wachstum mit verfolgen, dennoch können wir darauf vertrauen, dass er uns nur dann einsetzt, wenn es auch Frucht bringt, bzw. wachstumsfördernd ist.

Ich selbst kenne die zu Beginn des Textes beispielhaft aufgeführten Gedanken auch sehr gut und bin beim besten Willen nicht der beste Evangelist. Dennoch durfte ich in letzter Zeit die Erfahrung machen, wie es ist, wenn man sich von Gott benutzen lässt.
Ich habe mit den anwesenden Geschwistern bewusst im Gebet alles an Gott abgegeben. In der Folge durften wir so krass Gottes Führung erfahren. Ich hätte niemals gedacht, dass ich mal für jemanden auf der Straße beten würde und ihm die Hände auflegen und ihn segnen würde, doch wenn wir uns Gott bewusst zur Verfügung stellen, dann benutzt er uns auch. Ich will damit einfach allen Mut machen, die wie ich auch eher das Gefühl haben Evangelisation sollten besser andere machen. Die Freude die über einen kommt, wenn man erkennt, dass Gott einen benutzt, ist eine so unglaublich tiefe Freude, die von Gott kommt.
Diese Erfahrung kann ich nur jedem wünschen.

Gott segne euch!

 

 

One thought on “Evangelisation – kann ich das?

  1. Du sagst es Bruder! Ich schätze das Gott durch jeden Christen mindestens 1-2 Menschen im Jahr zu Jesus führen kann ohne dass dieser aktiv „evangelisieren“ muss, einfach indem man in die geführten Situationen offen und ehrlich vom Glauben berichtet.

    Das ist für mich auch ein riesen Thema. Leider erwische ich mich immer wieder wie ich in bestimmten Situationen in denen es wunderbar passen würde, meine Meinung und Ansichten zurückhalte. Da hilft mir wirklich der Satz von dir:
    Vertraue darauf, dass Gott dich nicht bloß stellen will!
    Ich werde das Wort behalten und mich davon ändern lassen, denn es ist ein Wort Gottes!
    Ich habe allerdings auch erste Erfahrungen gemacht in denen ich ehrlich und konsequent Zeugnis gegeben habe. Und das war wirklich gut!
    Es ist also tatsächlich weniger das Suchen nach Gelegenheiten, als mehr das Reagieren auf Situationen die Gott entstehen lässt und in die er sein Wort hinein sprechen möchte.
    Desweiteren habe ich gelernt, dass es nicht egal ist, welche Personen wir mögen, leiden können oder lieben. Ich bin überzeugt davon, dass Gott uns besonders diese Menschen zeigen möchte und wir für sie beten sollen, sowie ihnen ein Zeugnis geben sollten. Wenigstens einmal im ganzen Leben sollten sie von uns gehört haben, woran wir glauben und was wir alles dabei erleben! Sie werden es nicht bereuen und Gott wird es uns entlohnen!

    Gott segne auch dich, Bruder!

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